[Gedanken] Geduldspiel

August 04, 2017

Heute wird es hier ein etwas anderes Posting gebe, ein sehr persönliches. Morgen kommt dann wieder ein Posting aus dem altbekannten Metier online.


Wenn ich mich beschreiben sollte, dann würde ich mich nicht als schwermütig oder tendenziell traurig beschreiben. Ich versuche realistisch, pragmatisch und einigermaßen nett durch`s Leben zu kommen. Etwas verkopft bin ich schon, aber nicht so sehr, dass es mich selbst belastet.

In den letzen 15 Monaten wurden meine Geduld, mein Nervenkostüm und meine Zuversicht extrem strapaziert. Es gab Tage an denen ich so niedergeschlagen war, dass ich kaum aus dem Bett kam, geschweige irgend etwas gewuppt bekam. Selbstmitleid vermischte sich mit riesigem Weltschmerz und lähmte mich regelrecht.

An solchen Tagen gebe ich mir wirklich nur ein paar Stunden, um zu weinen und zu trauern, aber dann erinnere ich mich daran, was ich schon alles erreicht hab und wer alles mein Leben bereichert. Ich erlaube mir nur kurze "schwache" Phasen, in denen ich ungerecht finde, dass andere mühelos gnau das bekommen, was ich bzw. wir doch so unbedingt möchten.

Die Frage nach dem "Warum?" ist omnipräsent und obwohl ich weiß, dass die Frage sinnlos ist, nimmt mein Gedankenkarusell zeitweise extrem an Fahrt auf.


Wie haben die letzten Monate mich verändert? Sehr würde ich sagen und leider auch zum Negativen. Ich bin eigentlich kontinuierlich unterschwellig angespannt und um meine Geduld ist es katastrophal gestellt. Als die Geduld verteilt wurde, stand ich vermutlich nölend in der Schlange, weil es mir nicht schnell genug ging. Warten war noch nie meine Stärke, was in meiner aktuellen Situation nicht wirklich förderlich ist. Kleinste Dinge bringen mich auf die Palme, gefühlt schwanke ich von einem emotionalen Zustand zum nächsten und gehe mir damit vor allem selbst auf die Nerven. Ich bin oft ungerecht und ungehalten, was mich extrem stört, aber meine Unbeschwertheit habe ich in der letzten Zeit verloren und ich hoffe inständig, dass ich sie eines Tages wiederfinde.


Nach Regen kommt Sonnenschein und ich hoffe wirklich, dass der emotionale Dauerregen der letzten Monate bald der Vergangenheit angehört - so oder so. Die Maschinerie, die in Gang gesetzt wurde, macht mich ein wenig ängstlich, aber dieser Angst werde ich mich stellen.

In den letzten Monaten habe ich aber gemerkt, dass ich (natürlich) auch positive Entwicklungen durchgemacht habe: ich halte aus und über mich in Geduld. Obwohl ich gereizt bin und den Zustand kaum ertrage, halte ich am Plan fest und versuche mein Bestes, um ihn umzusetzen. Natürlich bin ich genervt, weil es nicht sofort klappt, aber ich mache weiter - Tag um Tag. Manchmal kann ich es selbst kaum glauben, welche Willenstärke ich entwickelt habe und versuche das Beste aus der Situation zu machen. Ich erlaube mir einen schwachen Tag, aber dann raffe ich mich auf, trockne meine Tränen, fluche einmal laut und dann mache ich weiter. Weil es anders gar nicht geht und weil ich es auch nicht anders möchte.

Was ich bisher aus der letzten Zeit gelernt habe? 

"Erfreue dich an dem was du hast und ärgere dich nicht über das, was dir fehlt."

Es ist natürlich leichter gesagt als getan, aber ich versuche, trotz meiner Angespanntheit und Wehmut, weiterhin die positiven Dinge in den Fokus zu rücken. Meinen Mann, meine Familie und unsere tierischen Familienmitglieder. Ich möchte der Wehmut und Wut nicht zu viel Raum geben, was mir nicht immer gelingt.
Ich arbeite daran ...

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3 Kommentare

  1. Ich finde es toll, dass du so offen über deine Gedanken und Gefühle sprichst. Ich habe das auch schon ein paar Male überlegt und dann denke ich immer, nee, das gehört nicht auf einen Beautyblog, auch wenn es zu der Person hinter dem Blog gehört. Ich kann mich in manche der Aspekte gut hineinversetzen, da es mir seit Ende letzten Jahres wegen Arbeit nicht gut ging und ich wegen Kleinigkeiten gereizt reagiert habe. Trotz professioneller Hilfe ist es gar nicht so einfach, aus seinen Grübeleien und Glaubenssätzen herauszukommen. Bei mir ist es leider so weit gekommen, dass ich wegen Erschöpfung krankgeschrieben bin und ich habe die Chance genutzt und für mich herausgefunden, was ich jetzt eigentlich für mich möchte. War nicht einfach, auch ein paar wichtige Entscheidungen mussten gefällt werden, oft habe ich Freunde, Ärztin, Familie, Coach etc. um Hilfe gefragt, weil ich einfach nicht wusste, wohin mit mir. Aber es wird und deshalb möchte ich dir Mut machen und dir alle Kraft wünschen, damit es für dich voran geht, auf die Art und Weise, die für dich passt und damit du zufrieden und glücklich damit bist.

    Alles Liebe
    Stephie

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  2. Liebe Stephie,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Ich habe wirklich lange mit mir gerungen, ob und wie ich diesen Artikel veröffentlichen möchte. Unzählige Male habe ich begonnen zu schreiben und dann alles wieder gelöscht.
    Dann wurden meine Gedanken immer mehr im Kopf und ich musste sie mir einfach von der Seele schreiben.
    Das es dir so schlecht ging/geht tut mir wirklich sehr leid, aber ich finde es sehr stark, dass du auch professionelle Hilfe in Anspruch nimmst. Es freut mich auch zu lesen, dass du herausfinden konntest wohin deine Reise gehen soll. Ich wünsche dir viel Kraft bei der Umsetzung und hoffe, dass du deinen Weg findest.
    Vielen lieben Dank nochmal für deine Worte, sie bedeuten mir sehr viel.

    Liebste Grüße
    Anne

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  3. Manchmal tut es gut, sich alles von der Seele zu schreiben. Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft.

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